Selkirk Lochcarron Weberei

In der Nacht hat es immer wieder geregnet. Zwei drei Mal bin ich davon aufgewacht. Morgens um 6 möchten Nanno und Zorro rausschauen. Damit endlich Ruhe ist und ich vielleicht noch etwas schlafen kann, ziehe ich die Jalousien dann mal runter an den Heckfenstern.

Zuerst ist auch alles friedlich und sie legen sich hin und schauen Hunde-fern. Ich denke mir nicht viel dabei. Die vielen Kaninchen, die wir gestern Abend beim Spaziergang gesehen haben, werden bei dem Regen hoffentlich im Bau bleiben. Aber nichts da. Das schottische Kaninchen ist offenbar schlechtes Wetter gewohnt. Nach einer Viertelstunde habe ich zwei Jagdterrier auf dem Bett. An Schlafen ist nicht mehr zu denken. Die Jagdschreie gehen durch Mark und Bein.

Nach einer kurzen Katzenwäsche geht’s erst mal auf den Morgenspaziergang. Etwas ausserhalb des Camps, bei einem Restaurant treffen wir auf eine nette junge Frau. Sie ist aus Glasgow, kann mir also nicht sagen, was sich lohnen würde in der Umgebung anzuschauen. Wie die Camp-Betreuer auch rät sie allerdings dringend davon ab, nach Edinburgh zu fahren und die Hunde mitzunehmen. Am einfachsten sei es, bei einer Bahnstation den Randulin stehen zu lassen und mit dem Zug rein und auch wieder raus. Bei der Insel Skye kommt sie ins Schwärmen und für Harris weiss sie gleich noch einen Campingplatz, der sehr bequem erreichbar sei. Da müsse ich unbedingt ein paar Tage bleiben, lange weisse Strände und geniale Stoff-Webereien.

Nach der Rückkehr zum Randulin dann erst mal Frühstück. Danach das Reisetagebuch nachgeführt und alle fertigen Blogs hochgeladen, diesmal mit den Fotos. Das Wlan ist hier stabil genug, dass ich um 13 Uhr mit allem fertig bin. Da entscheide ich spontan, wir fahren mal kurz nach Selkirk, die Lokalität auskundschaften und herausfinden, wie lange es wirklich dauert die 36 km zu fahren.

Nach einer Dreiviertelstunde (und nicht nach 30 Minuten wie gemäss iPhone) stehe ich im Verkaufsraum der Weberei. Da kann ich mich gleich erkundigen, ob die gebuchte Führung morgen auch stattfindet. Der Inhaber ist sichtlich froh, dass ich mich persönlich melde. Wir verschieben dann den Beginn der Führung auf 13.15 am nächsten Tag. Es wird eine Ein-Frau-Führung. Zu dieser Jahreszeit interessieren sich noch nicht so viele Touristen für die Tartan-Weberei.

Ich erkundige mich noch, wo ich mit den Hunden spazieren gehen könne. Er empfiehlt entlang dem Fluss Tweed gleich neben der Fabrik. Oder dann im Park von Abbotsford.

Da bin ich doch vor einer halben Stunde dran vorbeigefahren. Also fahre ich die paar Kilometer zurück und voilà auf der rechten Seite ein grösserer Parkplatz. Ich stelle den Randulin hin und laufe mit den Hunden zum Visitors Center runter. Abbotsford stellt sich heraus, war das Heim von Sir Walter Scott. Es ist nach wie vor ein Privathaus, in Verwaltung durch einen Trust.

Zum Haus und dem inneren Garten haben Hunde natürlich keinen Zutritt. Der Park ist frei zugänglich. Wir laufen für eine gute Stunde durch den Park und am Tweed entlang. Es ist wunderschön.

Es regnet immer wieder. Die Hunde tragen ihre Regenmäntel, ich auch. Trotzdem, die Stimmung ist friedlich und wir geniessen die Ruhe. Um 16 Uhr fahre ich wieder los in Richtung Lauder und Campingplatz. Dann noch ein kleines Abendessen und ab ins Bett. Das war ein recht langer Tag mit unterschiedlichen Eindrücken. Aber nun weiss ich wenigstens, wie lange es dauert, bis nach Selkirk zu fahren. Dann kann ich mir morgen die Zeit einteilen und vor der Führung noch einen langen Spaziergang mit den Hunden in Abbotsford machen.

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