Adel bei Leeds

Schon wieder 2 Tage vergangen. Auf dieser Reise erlebe ich so viel Neues und Interessantes, dass ich kaum nachkomme mit Schreiben. Am Dienstag bin ich etwas früh aufgebrochen. Ich wollte unbedingt herausfinden, ob und wie ich AddBlue an einer Tankstelle auffüllen könnte. Mittlerweile zeigt die Anzeige halbleer (oder -voll, je nachdem) und das wäre keine günstige Voraussetzung, um nach Schottland zu fahren.

Nachdem das erledigt ist (an einer Lastwagentankstelle) bin ich immer noch eine Stunde zu früh für das Treffen mit meiner Cousine Ruth. Da ich auf der A1 (M) ohnehin unterwegs bin, kam ich so nochmal am Fountains Abbey bei Ripon vorbei (nur ein kleiner Umweg). Also nochmal dahin und diesmal mit der grossen Linse kurz beim Vogelversteck vorbeigeschaut und nochmal etwas fotografiert. Die Hunde ertragen solche Eskapaden mittlerweile mit Fassung.

Nach einer knappen Stunde dann pronto wieder raus und das Navi neu programmiert. Zu meiner Verblüffung ist der Restweg nach Leeds jetzt nicht mehr nur 30 Minuten, sondern eine Stunde. Und das Navi schlägt auch noch einen Weg über eine zu schwache Brücke vor. Da fahre ich dann erst mal in die andere Richtung, ist mir zu gefährlich. Und das verlängert die Anreise nach Leeds dann grad nochmal.

Schlussendlich geht die Fahrt ziemlich genau nach Süden, quer durch die Landschaft, wieder mal auf schmalsten Strassen und über Kuhgatter. Mit einer Dreiviertelstunde Verspätung treffe ich in Adel bei Leeds ein. Und da geht die Sucherei erst recht los. Von dem kleinen Dörfchen ist das Navi komplett verwirrt. Ich chatte mal mit Ruth, dass ich zwar in Adel sei, aber die Einfahrt zu ihrem Haus nicht finden könne. Sie kommt mir sofort zu Hilfe und steht in die Einfahrt an der Strasse. Zu diesem Zeitpunkt stehe ich mit dem Randulin genau einen Strassenzug oberhalb und drehe nochmal eine kleine Runde durch das Quartier. Gaaaanz vorsichtig, damit ich an den überhängenden Bäumen und den Mäuerchen links und rechts nirgends ankomme.

Danach dürfen die Hunde im Garten unter einem Baum bei einer Schale Wasser von den morgendlichen Abenteuern ausruhen. Für mich gibt’s bei Ruth ein feines Mittagessen. Sie bietet mir an, eine Maschine Wäsche zu waschen, bei dem schönen, heissen Wetter würde das sicher trocken, bis wir vom langen Spaziergang zurück seien. Also dann, obwohl ich ja erst vorgestern die gesammelte Wäsche gewaschen habe, dann halt jetzt noch die gesamte Bett- und Küchenwäsche. Davon habe ich zwar genug mitgenommen, aber zwischendurch waschen, wenn sich die Gelegenheit bietet, ist immer willkommen.

Danach gehen wir auf einen langen Spaziergang rund ums Dorf, durch den Wald zur romanischen Dorfkirche. Nur gerade 900 Jahre alt und immer noch in Gebrauch. Wir verbringen einen schönen Nachmittag zusammen, bei guten Gesprächen und feinem Essen.

Sollte sich die Gelegenheit bei meiner Rückreise von Schottland so ergeben, treffe ich sie bei Windermere ungefähr Mitte Mai dann nochmals. Mal schauen, wie sich das ausgeht. Um 18 Uhr mache ich mich wieder auf den Rückweg nach Barnard Castle. Interessanterweise führt mich das Navi auch auf dem Rückweg über Landstrassen bis nach Ripon und erst von da weg auf die Autobahn A1(M). Um 19.30 Uhr stehen wir wieder auf unserem vertrauten Platz. Ich gehe mit den Hunden nochmals kurz raus und danach ist endgültig Schluss. Wir gehen alle drei sehr früh schlafen. Das ist unsere letzte Nacht hier. Morgen geht die Fahrt an die Nordseeküste weiter, nach Beadnell Bay. Das liegt kurz vor Seahouses und dem Damm zu Holy Island. Das zweite Kernziel dieser Reise. Das erste war Leeds, das dritte sind die Hebriden, genau Harris und Lewis und die Insel Skye.

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