Gashell Glen
Der Himmel über dem Loch ist grau verhangen, wie ich um sechs Uhr dreissig aus dem Heckfenster schaue. Die Lumpazzi liegen ganz bequem in der Fernseh-Stellung jeder an seinem Fenster und schauen gelangweilt. Keine Kaninchen, nur Wasser und grau. Perfekt, dann kann ich mich nochmal umdrehen. Um acht ist dann trotzdem fertig. Nach einer kurzen Katzenwäsche mit den Lumpazzi eine kurze Runde über den Campingplatz. Der ist überraschend gross und etwas verwinkelt. Um diese Uhrzeit ist noch alles ruhig, obwohl der Platz fast voll besetzt ist.
Dann ein ausgiebiges Frühstück und zur Abwechslung einmal die ganze Zeitung gelesen. Das Wlan hier scheint deutlich stärker zu sein als an allen vorherigen Orten. Das schreit direkt nach Administration-erledigen und ein paar Rechnungen bezahlen. Das hat aber Zeit bis später.
Mittlerweile hat der Himmel aufgeklart. Das heisst, wir können heute einen gemütlichen Wandertag einschalten. Diesmal geht’s in die andere Richtung, nicht nach Balmaha, sondern nach Gashell Glen. Auch ein Teil des Trossach Nationalpark. Etwas weiter abgelegen und darum hoffentlich nicht so überlaufen.
Meine Hoffnung erfüllt sich. Nur zu Beginn begegnen wir einigen anderen Wanderern. Nachdem wir den Aufstieg zum View-Point auf dem Gashell Glen unter die Füsse genommen haben, sind wir allein unterwegs. Eine wunderbare Ruhe hier oben. Obwohl, so richtig hoch sind wir nicht, die Berge hier qualifizieren nach Schweizer Massstäben höchstens als Hügel. Dafür sind sie vollkommen bewaldet, zuerst mit Eichen, dann mit Birken und Eschen. Der Boden ist übersät mit Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Bluebells. Natürlich alles erst am Spriessen, schliesslich ist Frühling.
Es scheint sich um ein Hochmoor zu handeln. Überall hat es immer wieder Moortümpel und Seggen Gräser. Der Fussweg wurde offenbar von englischen Verkehrsingenieuren erstellt. Er ist genauso steil, wie die ländlichen Passstrassen . Ich komme ordentlich ins Schwitzen. Nach zwei Stunden erreichen wir den Aussichtspunkt. Eine herrliche Sicht über den ganzen Loch Lomond erwartet uns. Das Wetter hält, es ist immer noch sonnig und warm. So lässt sich die Reise richtig geniessen. Natürlich habe ich das falsche Objektiv dabei, also mache ich die Fotos mit dem iPhone.

Nach vier Stunden wandern sind wir zurück beim Randulin. Die Lumpazzi bekommen ausnahmsweise je einen Beutel Nassfutter und ich ein Glacé, danach noch ein paar Babybell. Das war eine schöne Wanderung im schottischen Hochland. Und das bei ungewöhnlich schönem Wetter.
Morgen muss ich mich dann wieder mit dem Randulin befassen, das Frischwasser im Tank geht langsam zur Neige. Das kann ich hier im Camp bequem mit dem Schlauch auffüllen. Danach schätzungsweise mit dem Randulin nach Balmaha. Dann können wir dort noch vom Trossach Center aus auf einen Hügel im Park steigen. Für heute ist genug.
Jetzt gegen Abend kommt ordentlich Wind auf über dem See. Ausserdem baut sich von Westen her eine schwarze Wolkenbank auf. Vielleicht kommt doch noch etwas Regen. Nun aber schnell noch raus zum Abendspaziergang. Fotos runterladen und posten kann ich auch später noch.
