Millarochi Bay

Nachdem ich gestern Abend nochmal den Grauwassertank manuell entleert habe (er zeigte nach 9 Tagen wieder 50%) war der Randulin schon fast abfahrbereit. Heute Morgen dann nur noch die Campingstühle wieder eingepackt (die dienen mir als Platz-Markierung, wenn ich wegfahre), die Innenreinigung noch erledigt und dann war alles bereit.

Mit dem Abfahren habe ich es nicht sehr eilig, gemäss Navi dauert die Fahrt nur zwei Stunden. Vor dreizehn Uhr sollte ich aber nicht beim nächsten Camping Millarochi Bay ankommen, die Rezeption hat erst dann offen und die Plätze können erst dann bezogen werden. Also gibt es langes Frühstück, noch etwas Zeitung lesen. Und endlich diese Fähre von Skye nach Harris/Lewis buchen.

Das erweist sich als kleine Knacknuss, erst mal muss ich ein Konto bei Caledonian eröffnen, damit ich überhaupt buchen kann. Via Best-Prive bekomme ich keine Fahrt zum gewünschten Termin. Das kann aber nicht sein, die Fähre ist ein reguläres Versorgungsschiff, das elf Mal pro Woche fährt, heisst zwei Mal am Tag und so viele Touristen werden am 1. Mai auch nicht nach Harris wollen.

Nach der Kontoeröffnung dann erst einmal herausfinden, wie buchen. Campervan funktioniert nur bis zu einer Höhe von 2,1 Meter. Randulin ist aber 2,85 Meter hoch. Es dauert eine Weile, bis ich alles so eingegeben habe, dass ich bezahlen kann. Das System schmeisst mich immer wieder raus, sobald ich auf die Rücktaste für eine neuerliche Korrektur drücke. Nach einer Stunde ist auch das geschafft. Dann wird aus dem Randulin halt ein Motorhome (ist 10£ teurer als ein Campervan) und die Hunde müssen während der Überfahrt im Auto bleiben (es gibt keine Hundelounge) und es fährt nur eine Person, nämlich ich.

Da das so kompliziert ist, buche ich Hin- und Rückfahrt gleichzeitig. Das bedeutet dann auch, dass mir auf der Isle of Harris and Lewis nur 4 Tage bleiben, nämlich vom 1. Mai bis zum 5. Mai. Das muss dann reichen, um die Weberei anzusehen, die Stoffe für Doris und Brigit zu besorgen und die Inseln etwas zu erkunden. Es soll mindestens einen sehr alten Steinkreis geben und ein Adler-Observatorium.

Danach ohne Gewissheit, dass die Buchung geklappt hat, auf die Fahrt rund um Edingburh, dann Richtung Stirling und Glasgow. Stirling erweist sich als Knacknuss fürs Navi. In der Peripherie der kleinen Stadt ist ohne grosse Ankündigung die Hauptstrasse gesperrt wegen Bauarbeiten. Wieder einmal fahre ich auf gut Glück einen Kreisel durch Quartierstrassen, bis ich die Umfahrung identifizieren kann. Dann ignoriere ich für 10 Minuten das Navi und fahre der Umfahrung nach. Danach geht es wieder regulär auf der Route Richtung Millarochi Bay am Loch Lomond.

Trotz aller Verzögerungen komme ich um dreizehn Uhr fünfzehn beim Eingang des Camps an. Gerade noch mal Glück gehabt. Die Rezeption geht gerade auf, ich werde sofort eingewiesen und stehe fünf Minuten später auf dem schönsten Platz bisher, direkt am Ufer des Loch, mit Sicht über den See. Die Lage ist genial, nach neun Tagen Kaninchen-Jagd, endlich wieder Ruhe im Randulin und ich kann die nächsten zwei Tage ausschlafen

Gleich nach dem Einrichten geht’s auf den langen Spaziergang. Eigentlich sollte der nur eine gute Stunde am Ufer des Sees entlang gehen. Da es aber ein so schöner Tag ist, die Sonne scheint, kaum Wind und ein sehr schöner Fusspfad entlang dem Ufer, laufen wir immer weiter. Nach zwei Stunden sind wir im nächsten Ort, Blamaha. Da ist auch das Visitor Center zum Trossach Nationalpark.

Da wir schon mal da sind, kann ich mich auch erkundigen, ob es eine Karte gibt, auf der man die Pfade im Park sieht. Gibt es leider nicht. Alle Touristen sind sich offenbar gewohnt, einfach ein Foto der ausgehängten Karte zu machen und dann gemäss Handy zu laufen. Scheint mir etwas unpraktisch, aber ist halt so.

Wir laufen dann auch wieder zwei Stunden zurück zum Randulin. Die Lumpazzi sind danach völlig platt und endlich friedlich. Sie mögen nicht einmal die Enten verjagen, die hier einfach über den Platz spazieren. Noch ein kleines Abendessen und auch ich bin geschafft.

Trotzdem schaue ich mir noch die Mails an, vielleicht hat ja die Buchung doch funktioniert. Und siehe da, ich habe nicht nur eine Booking-confirmation im Postfach, sondern auch noch gleich das Ticket für die Hin- und Rückfahrt. Und sogar alles richtig. Hinfahrt am 1.5. um 18.40 Uhr, Ankunft 20.20 Uhr in Tarbert, Rückfahrt am 5.5. um 16.20 Uhr, Ankunft um 18.00 Uhr in Uig auf Skye, Hunde bleiben im Auto.

Für die Ankunft jeweils muss ich mir noch überlegen, wo ich übernachte. Normalerweise kann man in Schottland nirgends frei campieren. Skye sollte kein allzu grosses Problem sein, da bin ich zuvor und kann fragen, ob eine late-arrival-Buchung möglich ist. Harris gibt es mehrere Camping-Spots in der Nähe von Tarbert. Die sind hoffentlich zu dieser Zeit nicht alle voll besetzt.

Das war ein erfolgreicher Tag, auch wenn es etwas Geduld gebraucht hat. Nun bin ich rechtschaffen müde. Auf die Gefahr hin, morgen nicht auszuschlafen gehen wir alle drei früh schlafen.

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