Insel Mainau
Mitten in der Nacht fängt der Regen an. Hier in Kehl stehe ich auf einem Wiesenplatz. Das habe ich nicht so gern bei Regen. Der Randulin ist zwar «nur» dreieinhalb Tonnen schwer. Auf einer durchnässten Wiese sind das aber auch mit einem Allrad-Getriebe keine besonders lustigen Aussichten wegzufahren. Trotz der Bedenken schlafe ich bis um acht.
Danach die übliche Morgenroutine abgespult. Da dies der zweitletzte Reisetag ist und auf dem Stellplatz der Mainau ganz sicher keinerlei Service-Einrichtungen vorhanden sind, gehe ich lieber auf Nummer Sicher und entleere zumindest die Chemie-Toilette. Der Grauwasser-Tank kann noch warten, bis ich in Scuol bin, der fasst noch eine ganze Menge. Trotz dem immer wieder einsetzenden Regen gehen wir auf einen längeren Morgenspaziergang. Gemäss Navi führt die Strecke heute wieder über 297 Kilometer. Quer durch den Schwarzwald. Und bei Regenwetter werden ich da keine Pipi-Halte machen können. Zorro mag zwar Schlammpfützen und Brunnentröge aber keinen Regen. Da haut er alle vier Pfoten in den Boden und macht rechtsumkehrt.

Nach einem üppigen Frühstück und etwas Zeitung lesen schaffe ich es knapp vor elf Uhr loszufahren. Elf Uhr muss der Platz auf jeden Fall geräumt sein. Die Fahrt durch Kehl Richtung Schwarzwald erfolgt schön langsam, meist mit Tempo 30 kmh. Das hilft bei der Orientierung ungemein. Nach einer Viertelstunde erwische ich bereits die richtige Bundesstrasse Richtung Villingen-Schwenningen.
Auf der bleibe ich dann auch stur, egal was das Navi erzählt. Das wüsste wahrscheinlich einige Abkürzungen auf eine Autobahn (die verläuft fast parallel). Dahin will ich aber auf keinen Fall, deutsche Autobahnen sind meine Nemesis, zu viele aggressionsgesteuerte Fahrer, zu viele Laster. Das ist an diesem regnerischen Morgen überflüssig. Und es regnet buchstäblich auf der ganzen Fahrt durch den Schwarzwald.
Erst nach Villingen-Schwenningen in Richtung Singen wird es endlich etwas trockener. Dafür ist jetzt die Frontscheibe schön sauber. Nach drei Stunden fahre ich auf den Stellplatz für Camper auf dem Parkplatz der Insel Mainau. Das muss man wissen, dass man hier über Nacht stehen bleiben darf. Die Parkgebühr beträgt dann einfach EUR 12 von 07 bis 00 Uhr, das sind effektiv dann EUR 24 für eine Nacht.
Um vierzehn Uhr sind die Lumpazi angeschirrt, die Jahreskarte der Mainau noch schnell eingesteckt und auch ein paar Euro-Scheine (hier weiss man nie, ob alles mit Karte geht) und wir marschieren los Richtung Kasse. Dort erneuere ich die Jahreskarte für 2025. Danach geht’s auf einen richtig langen Spaziergang durch den Park. Die Lumpazi geniessen die vertraute Umgebung sichtlich. Bei der Schwedenstube gibt’s ein verspätetes Mittagessen (geräucherten Lachs mit Salat). Danach noch etwas im Rosengarten geschwelgt.

Nach zwei Stunden laufen haben die Lumpazi genug und wir gehen zum Randulin zurück. Dort gibt es Leckerli und Wasser, und für mich ein früher Feierabend. Ich freue mich jetzt schon auf morgen früh. Mit der Jahreskarte darf ich bereits um acht Uhr früh in den Park. Da hat es noch keine Leute und wir können die Umgebung in aller Ruhe geniessen.
