Moreton
Nach einer ruhigen, langen Nacht – meine Uhr ist schon wieder zufrieden mit mir – fängt der Tag erst um acht Uhr an. Der Himmel ist bereits blau und klar. Kein Wolkenfetzchen zu sehen. Heute sind es wieder ungefähr zweieinhalb Stunden Fahrt. An der Küste entlang bis kurz hinter Essex. Die Fahrt von vorgestern ist mir eine Lehre. Hier in Slapton Sands gibt es genug lange Spazierwege, da kann ich die Lumpazzi bereits auf dem Morgenspaziergang etwas auspowern.
Wir machen uns auf einen langen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet. Es ist herrlich ruhig und noch einigermassen kühl. Unterwegs begegnen wir nur ein paar Joggern, einem Vogelbeobachter und zwei anderen Hunden (mit -Führern). Nach einer Stunde schmeckt das Frühstück doppelt gut.
Heute fahre ich bewusst erst um elf Uhr los. Dann brauche ich mir unterwegs keine Gedanken über Sehenswürdigkeiten zu machen und komme genau zur richtigen Zeit in Moreton an. Ausserdem habe ich den Verdacht, dass die Route weiterhin an der Küste entlang auf engen Strassen verlaufen könnte. Das braucht dann ausreichend Konzentration.
Die Fahrt führt hauptsächlich über Landstrassen. Diesmal achte ich darauf, dass die Richtung stimmt, dass es aber immer dreistellige Strassennummern sind. Die sind deutlich breiter als vierstellige. Und siehe da, es geht alles gut. Nicht besonders schnell, dafür ohne Schweissausbrüche und Tunnelblick. Gegen drei Uhr nachmittags kommen wir in Moreton an, werden sofort eingewiesen.
Nur mache ich diesmal einen Fehler. Ich wähle einen schönen, schattigen Platz direkt neben der Bahnlinie aus. Dummerweise fahren die Züge hier im Süden im Halbstundentakt und hupen vor jedem Bahnübergang. Die Lumpazzi schrecken hoch, wie von der Tarantel gestochen.
Das ist vielleicht keine besonders gute Idee für eine gesegnete Nachtruhe. Wir gehen erst mal für eine Stunde spazieren. Danach erkundige ich mich, ob vielleicht ein anderer Platz verfügbar wäre, etwas weiter von der Bahnlinie entfernt. Der Campbetreiber meint zwar, man würde sich an das Hupen gewöhnen. Aber er hat tatsächlich einen anderen Platz frei. Das ist dann um einiges besser. Das Hupen höre ich immer noch, aber die Lumpazzi schrecken nicht mehr hoch.
Dann wieder alles eingerichtet und ein letzter Abendspaziergang. Die Gegend ist ruhig. Der Wald voller blühender Rhododendren. Dies war ein schöner, ruhiger Tag, ohne Aufregungen und abenteuerliche Strassen. Für morgen dann nur ein kurzer Ausflug in der nächsten Umgebung noch planen. Und Schluss für heute.
