Haushalttag in Windermere

Auch dieser Tag verspricht schön und heiss zu werden. Irgendwie habe ich einfach Glück mit dem Wetter auf dieser Reise. Der typische englische Regen lässt immer wieder auf sich warten. In den vergangenen acht Wochen gerade mal fünf Tage Regen, und sehr sparsam verteilt. Momentan wäre mir der sehr willkommen. Die Frontscheibe ist von den vielen Mücken und Fliegen völlig verkleckert. Das ist für mich kaum zu reinigen, die Scheibe liegt sehr hoch, da komme ich höchstens mit einer Trittleiter und einem langen Mop ran. Der einzige Nachteil vom Randulin. Alles ist sehr hoch weg vom Boden. Aber ja, es wird dann sicher wieder mal regnen.

Die Wäsche sammle ich sofort nach der Dusche am Morgen. Um acht ist bereits alles in der Maschine. Dann mit den Lumpazzi einen Morgenspaziergang und ich kann die Sachen bereits aufhängen. Die schwereren Frottiertücher, die als Sitzschoner dienen kommen für zwanzig Minuten in den Tumbler, dann trocknet alles etwas schneller.

Danach gibt’s Frühstück und wie immer am Sonntag, die NZZ am Sonntag. Welch ein Genuss, bei schönem Wetter gemütlich zu frühstücken und die halbe Tagesarbeit bereits erledigt.

Während die Wäsche trocknet, kann ich auch mit den Lumpazzi einen Spaziergang machen. Der fällt dann etwas länger aus als gedacht. Eigentlich wollte ich nur dem Seeufer entlang bis zur zweiten Landestelle des regulären See-Schiffes laufen. Es zeigt sich, dass dies deutlich komplexer ist als gedacht. Erst einmal muss ich dazu durch das ganze alte Windermere durchlaufen.

Und da geht gar nichts dem Ufer entlang. Also eigentlich schon, aber das ist derart voll mit Touristen, Gänsen, Schwänen und Buden, dass es kein Vergnügen ist. Weder für die Lumpazzi noch für mich. Danach führt der Weg zwar auf einem Trottoir aber über mindestens anderthalb Kilometer einer vielbefahrenen Strasse entlang. Erst dann führt ein Seitenpfad ans Ufer.

Auch hier ist dann kein unbehindertes Spazieren möglich. Viele Familien und Gäste nutzen jeden Zentimeter des Ufers für Wasservergnügen und Picknick. Es ist weiterhin schön, warm und Wochenende. Nach einer guten Stunde erreichen wir die Anlegestelle und drehen um. Nun den ganzen Weg wieder zurück. Eben, der Spaziergang dauert deutlich länger als beabsichtigt.

Das hat auch sein Gutes. Wie wir wieder zurück sind beim Randulin ist die Wäsche trocken und kann verräumt werden. Die Lumpazzi sind geschafft und legen sich zum Schlafen ins Gras. Ich komme endlich dazu, den Campingstuhl auszuprobieren und lese die restliche Zeitung im Schatten bei den Hunden.

Ein ruhiger und gemütlicher Sonntag. Alle Haushalt-Arbeiten erledigt, Reisetagebuch nachgeführt, nur die Fotosynchronisation dauert wieder ewig. Das ist nicht weiter tragisch. Dafür ist zu Hause dann Zeit genug. Morgen dann noch vor der Weiterfahrt wieder alles entleeren.

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