und wieder Kehl

Der Zirkus scheint an diesem Morgen weiterzuziehen. Dummerweise macht er das bereits morgens um halb fünf. Keine sehr christliche Zeit. Ich drehe mich nochmal um und versuche weiterzuschlafen. Um sieben sagt mir die innere Stimme, jetzt ist genug.

Dann halt Katzenwäsche und mit den Lumpazzi auf den Morgenspaziergang. Der Stadionparkplatz ist leer, keine Zirkuslaster stehen mehr herum. Auf dem Stellplatz stehen einige wenige Wohnmobile und Camper. Offenbar haben sich nicht sehr viele her getraut. Wir steuern direkt den Stadionpark an. Nur ein paar Jogger unterwegs und einige eilige Arbeiter. Die Lumpazzi können in Ruhe schnüffeln und laufen. Nach einer Stunde haben sie genug.

Danach Frühstück und aufgeräumt. Hier gibt es nicht sehr viel zu tun. Schon bald einmal kann die Fahrt losgehen. Da das Stadion etwas peripher liegt, dauert es auch hier keine zehn Minuten und ich fahre bereits wieder auf die Autorute Richtung Nancy, Metz und Strasbourg. Die Strecke ist diesmal etwas länger mit 247 Kilometer, gemäss Navi dauert das zweieinhalb Stunden. Alles Autobahn, das ist zwar langweilig zu fahren, dafür auch sehr entspannt. Genau wie gestern, wenig Verkehr, wenige Baustellen, diese dafür sehr gut angelegt und alle mit 90 kmh zu fahren, keine Drängelei.

Da ich in Kehl nicht vor fünfzehn Uhr einchecken kann, muss ich die Zeit etwas totschlagen. Darum gibt es heute je nach hundertfünfzig Kilometern eine längere Pause. Die Hunde dürfen die Pfoten strecken. Bei der zweiten Pause bekomme ich eine Quiche und einen grossen Cappuccino. Ausserdem muss ich mindestens einmal Diesel nachfüllen. Und wir kommen pünktlich um fünfzehn Uhr zehn am Eingang des Camping Kehl an. Da wartet schon eine längere Schlange von Campern. Ein kurzer Blick über das Camping, alles rappelvoll. Da bin ich mal gespannt, ob meine Reservation tatsächlich gehalten wurde.

Nach einer Viertelstunde bin ich an der Reihe. Und siehe da, alle meine Daten sind vorhanden. Nach einer Viertelstunde steht der Randulin auf einem Plätzchen und ist angeschlossen.

Wie schon unzählige Male auf dieser Reise erntet der Randulin bewundernde Blicke. Macht schon ordentlich was her: anthrazitgrau, Allradgetriebe, elegant, schmal, hochrädrig und für den Kenner erkennbar geländetauglich. Und er hat mich auf den ganzen 9’000 Kilometern nie im Stich gelassen.  Durch schmalste Strassen, hohle Gassen, riesige Schlaglöcher, steile Abhänge hinunter und hinauf, unübersichtliche Kurven und Altstadtgassen, alles bewältigt. Aber … reisen ist wie Bergsteigen. Erfolgreich ist das Unternehmen erst dann, wenn man wieder ganz und gesund zu Hause angekommen ist. Und das wird erst übermorgen der Fall sein. Morgen geht es noch auf die Mainau. Ein (traditioneller) letzter Halt vor der endgültigen Heimfahrt nach Scuol.

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