Falloch Falls und Oban
Heute müssen wir uns von Milarrochi Bay am Loch Lomond verabschieden. Ein schöner Ort zum Ausspannen, Wandern und Chillen (wie man heute auf Neudeutsch sagt). Der Tag fängt allerdings erst mal mit Randulin-Unterhalt an. Erst mal Chemie-Toilette leeren und sauber machen. Danach mit den Lumpazzi spazieren und Frühstück.
Es hat die ganze Nacht geregnet. Beim Morgenspaziergang erwischen wir gerade so ein Wetterfenster, wo es nicht nieselt. Den Rest des Tage haben wir dann weniger Glück. Oder aber gerade Glück. Die Frontscheibe des Randulin ist so hoch, dass es für mich schwierig ist, die halbwegs von Hand sauber zu machen. Darum schätze ich jeden Regentag, an dem ich fahren muss. Da werden die Fenster alle von allein wieder sauber.
Zuerst fahren wir fast eine Stunde um den Loch Lomond herum. Die Strasse ist teilweise eng, immer kurvig, darum dauert die Fahrt etwas länger. Bei solchen Verhältnissen fahre ich grundsätzlich langsam. Ganz am Ende des Loch ist der Zufluss des River Falloch.
Ich befinde mich hier mitten im Schottischen Hochland. Dank der langsamen Fahrt sehe ich rechtzeitig das Schild zu den Falloch-Fällen. Also nichts wie rein in den bereits vollen Parkplatz. Ein gewagtes Manöver. Wieder mal ganz am Ende fährt gerade ein Personenwagen raus und lässt mir so ausreichend Platz, um den Randulin einzuparken. Zum Glück ist das ein All-Rad-Antrieb damit kann ich auch etwas den Hang hoch. So bekomme ich die Schiebetüre noch auf und kann mit den Lumpazzi aussteigen.
Hält, hat Platz und bekommt Luft hätte Peter gesagt. Wir machen uns auf den Weg zum Wasserfall. Wie ich da wieder rauskomme, löse ich dann, wenn ich muss. Jetzt erst mal die Sicht geniessen. Beim Laufen komme ich ins Gespräch mit drei irischen Motorradfahrern. Sie empfehlen mir, doch nach Irland zu fahren, das sei sehr schön.
Das glaube ich denen gern, aber mit nur drei Monaten bleibt mir dafür keine Zeit. Jetzt noch drei Wochen Schottland und dann in weiteren drei Wochen wieder zurück durch England, Frankreich und nach Hause. Das ist Herausforderung genug.
Zurück beim Parkplatz ist der schon wesentlich aufgeräumter. Und die irischen Motorradfahrer helfen mir, aus dem Platz wieder rauszukommen. Danach geht die Fahrt weiter Richtung Crianlarich, dann Dalmally. Immer über das Hochland. Hinter und vor uns dräuen riesige schwarze Wolkenbanken. Trotzdem halte ich nochmal an und gehe mit den Lumpazzi ein paar Schritte spazieren. Ich sollte nicht zu früh in Oban ankommen, sonst ist der Stellplatz noch nicht verfügbar.
Bei Castle Kilchurn mache ich dann nochmal Halt. Hier können wir eine gute Stunde laufen. Das ist zwar eine Ruine, aber sehr schön auf einer Halbinsel am Loch Awe gelegen. Nach einer Stunde hat uns der Regen wieder eingeholt, es fängt wieder an zu tröpfeln. Zum Glück ist es jetzt auch gut nach dreizehn Uhr.
Ich fahre weiter und bin um vierzehn Uhr zack, bereits wieder mal an der Einfahrt zum Camping vorbeigerauscht. Etwas unscheinbar, diesmal auf der rechten Seite und nicht links, wie das Navi sagt. Also bei einer Fischzuchtstation rein, umgedreht und zurück zur Einfahrt.

Nach einer Viertelstunde ist alles eingerichtet. Und die Hunde schlafen fast sofort ein. Laufen bei Wind und Regen macht offenbar kolossal müde. Während die beiden schlafen versuche ich das mulmige Gefühl über die Weiterreise nach Skye etwas zu beruhigen. Ich werde den Eindruck nicht los, dass sich jedes Wochenende halb Grossbritannien auf die Campingplätze verschiebt. Ein guter Indikator dafür ist Oban Camping. Völlig abgelegen, man kann «nur» wandern und ausruhen. Der Platz ist heute aufs Wochenende zu mindestens zu drei Viertel voll.
Auf dem iPad suche ich mir eine Route mit nicht allzu langen Etappen zusammen. Damit sollte ich bis spätestens am 9. Mai in Bowness on Windermere sein. Die Plätze werde ich wohl morgen dann in der richtigen Reihenfolge bis Ende Mai buchen müssen. Dann bin ich diese Sorge los.
