Luskentyre

Da der Telefonempfang hier ständig schwankt zwischen 3G und 4G und nicht sehr stark ist, wird das NZZ-am-Sonntag-Herunterladen zur Geduldsprobe. Gut, ich könnte mit dem iPad auf den Hügel hinter dem Parkplatz steigen und hätte wahrscheinlich dort besseren Empfang. Das verbietet aber das vorherrschende Wetter. Der Morgen fängt strahlend blau an, wechselt dann im Viertelstundentakt mit Nieselregen, Wind und Sonne ab.

Es nützt nicht einmal viel, dass für Zorro morgens um halb sechs seine Beschützerpflichten rufen und er versucht, vom Bett aus, diese elenden Kampfkaninchen rund um den Randulin zu vertreiben. Darum verbanne ich den kleinen Teufel auf den Vordersitz und fange mal an, die NZZ zu laden, lege mich aber wieder schlafen.

Um halb acht wache ich endgültig auf. Der iPad hats geschafft und die Zeitung geladen. Dann steht einem gemütlichen Frühstück mit Zeitung nichts mehr im Weg. Zuerst aber noch Morgenroutine, heisst Katzenwäsche (hier hats natürlich keine Dusche), Morgenspaziergang, damit sich die Lumpazzi etwas austoben und erst dann Frühstück.

Der Morgenspaziergang fällt etwas lang aus. Nach einer Stunde immer dem Strand entlang, erreichen wir fast das andere Ende. Hier wird der Sand deutlich tiefer und unberechenbarer. Das Laufen wird sehr mühsam. Also umdrehen und zurück zum Randulin. Ein gutes Frühstück haben wir uns alle drei redlich verdient.

Gegen Mittag (nach einem sehr langen Frühstück) dann nochmals ein langer Spaziergang. Diesmal über die Dünen und wirklich bis ganz ans Ende des Strandes. Dort frage ich einen anderen Hunde-Spaziergänger nach dem Weg zurück über die Dünen. Den gibt es offenbar, ist aber ziemlich aufwändig. Immer der Krete entlang heisst in diesem Fall, rauf und runter unter sehr rutschigen Bedingungen. Eine gerade Linie ist nicht drin. Das haben so Dünen an sich, sie bilden sich in Wellen. Das bedeutet, es gibt keine eindeutige Krete. Nach einer halben Stunde gebe ich auf und wir kehren an den Strand zurück. Hier kann man sich wenigstens in einer halbwegs geraden Linie fortbewegen.

Nachmittags um fünfzehn Uhr ist das Wetter so stabil und schön, dass wir einen weiteren Versuch über die Dünen wagen. Beim Überqueren der höchsten Düne können wir weiter unten einer Familie beim Dünensurfen zuschauen. Das scheint ordentlich Spass zu machen. Nun weiss ich endlich, warum die Familien hier Bob-Schlitten-Bretter durch die Gegend schleppen. Wir drehen dann wieder Richtung Strand ab. Schlussendlich kommen wir nach einer Stunde beim Randulin an.

Der Parkplatz ist mittlerweile rappelvoll. Zum Glück steht der Randulin ganz hinten und am Schluss. Da kommen wir niemand in den Weg. Und können in aller Ruhe den Abend und die Sicht auf die vielen Spaziergänger geniessen. Morgen geht es dann wieder zurück nach Skye. Die Fähre von Tarbert aus legt um 16.20 Uhr ab. Das heisst, es reicht, wenn ich mit dem Randulin um 12 Uhr am Ferry Terminal stehe. Wo dieses liegt und wie ich fahren muss, habe ich mir vorgestern angeschaut, wie ich bei Harris Tweed die Stoffe besorgt habe. Tarbert ist überschaubar gross und gruppiert sich mehr oder weniger um den Pier.

Ähnliche Beiträge