Hereford und Beeston Castle
Delamere Forest erweist sich als unglaublich ruhiger, bequemer und mit allen Service-Einrichtungen ausgestatteter Campingplatz. Duschen, Morgenspaziergang bei schönstem Sonnenschein, danach Frühstück und Randulin zur Abreise fertigmachen, alles Routine. Ausserdem hier derart bequem eingerichtet, dass es ganz schnell geht.
Die Fahrt nach Hereford ist nicht sehr lang, gemäss Navi. Darum liegt auch ein Abstecher drin. Ich sehe unterwegs das Schild nach Beeston Castle. Wieder eine mittelalterliche Burganlage, die schlussendlich den Cromwellschen Truppen zum Opfer fiel. Die Anlage ist riesig gross, ich schätze mal mindestens zwei Hektaren allein der eingeschlossene Bereich durch die Schutzmauer rundum. Die Schlossruinen selbst weisen mordsdicke Mauern auf und einen eigenen über 100 Meter tiefen Brunnen. Das mussten die um 1200 herum aus dem Stein herausgehauen haben. Die archäologischen Grabungen konnten nur feststellen, wie tief, nicht aber wie.
Was die archäologischen Grabungen auch noch herausgefunden haben, dass die Besiedlung wahrscheinlich bis 500 Jahre vor Christus zurückreicht. Es wurden bronzezeitliche Überreste eines Dorfes gefunden. Eine dieser Hütten wurde rekonstruiert, mit Einfriedung und Tor. Das sieht überzeugend aus.
Nach diesem Besuch wäre eigentlich Zeit, nach Hereford zu fahren. Ich würde dort ungefähr um dreizehn Uhr ankommen. Unterwegs Richtung Glastonbury – Hereford liegt etwas südwestlich davon – realisiere ich, dass wir am Forest of Dean vorbeikommen müssten. Das wäre doch eine prima Gelegenheit, doch noch den Puzzlewood zu besuchen. Also programmiere ich dem Navi ein Zwischenziel.
Diesmal funktioniert es mit dem Parkplatz. Leider nicht mit dem Besuch. Der Zugang wäre zwar offen, kostet auch ein Mordsgeld mit GBP 20 pro Erwachsenen. Nur sind Hunde nicht zugelassen. Ohne Begründung. Dann halt eben nicht. Ich denke mir, dann fahre ich zum Parkplatz der Clearwell Caves und gehe dort mit den Lumpazzi im Forest of Dean nochmal spazieren. Wie ich dort ankomme, ist der Parkplatz mit einer Barriere gesperrt, die Renovationen sind immer noch im Gange.
Nun bin ich endgültig frustriert. Dann eben kein Spaziergang. Draussen ist es stickig heiss. Im Randulin drinnen kann ich wenigstens die Klimaanlage auf achtzehn Grad einstellen, dann wird es etwas erträglicher. Ich schmeisse alle Zwischenziele raus und fahre auf direktestem Weg nach Hereford.
Das stellt sich als Überraschung heraus. Klein aber fein, an einem privaten Fischteich gelegen. Mit allen Annehmlichkeiten versehen und wir bekommen erst noch einen (fast) schattigen Platz nahe am Waldrand und dem Hundespaziergang. Es ist bereits sechzehn Uhr, wie ich fertig eingerichtet bin. Nun ist aber höchste Zeit für den Hundespaziergang.
Der führt zuerst hinter dem Camping entlang im Wald. Auweia, hier hats Kaninchen. Zorro erspäht und erschnüffelt sie sofort. Bis zum Ufer des Fischteichs sind es zwar nur gut 500 Meter. Die werden wieder mal zum Krafttraining. Neben Kaninchen hat es auch noch Eichhörnchen. Nach anderthalb Kilometer sind wir wieder beim Randulin. Weil der Tag so heiss ist und die Lumpazzi so geduldig alles mitgemacht haben (nicht dass sie gross eine Wahl gehabt hätten) bekommt jeder ein Hundeeis in der Schüssel serviert.
Morgen auf dem Weg nach Cheddar in die Mendip Heights muss ich versuchen, wieder etwas Sprudelwasser und Gemüse zu kaufen. So langsam staut sich ein Mordsappetit nach frischem Salat an.
Hier in Hereford bleibe ich nur eine Nacht (leider). Morgen geht die Reise weiter nach Süden, an Birmingham und Bristol vorbei, in die Mendipp Heights bei Cheddar. Unterwegs muss ich dann einmal Diesel nachfüllen. Wenn ich dabei eine gute Tankstelle erwische, vorzugsweise mit einem Spar, dann kann ich mich dort auch mit frischem Gemüse eindecken.

