Isle of Skye
Es regnet die ganze Nacht. Erst gegen frühen Morgen lässt das Wasser von oben allmählich nach. Um sieben gehe ich mal duschen, danach ganz gemütlich einen etwas längeren Morgenspaziergang. Was mir unterwegs auffällt auf Zorros weissem Fell liegen immer wieder Zecken. Die streife ich ihm schnell wieder ab. Was ich irgendwie völlig ausser Acht lasse, dass die ja auch auf Nanno fallen. Auf seinem Fell sieht man sie viel weniger gut und da er sowieso meist etwas hinter mir her trödelt, fällt das auch gar nicht auf.
Danach ein langes Frühstück. Ich will nicht allzu früh losfahren. Obwohl die Fahrt gemäss Navi dreieinhalb Stunden dauert, macht es keinen Sinn, bereits vor dreizehn Uhr bei Skye Camping zu sein. Der Stellplatz kann erst dann bezogen werden. Gegen zehn Uhr zuckeln wir langsam los. Die Fahrt geht zuerst Richtung Fort William, dann über das Hochland und wieder runter an die Westküste von Schottland.
Unterwegs mache ich zwei Mal einen Halt, damit die Hunde ihre Pfoten strecken können. Da es während der ganzen Fahrt immer wieder regnet, suche ich mir für die Stopps Regenfenster aus.
Unterwegs an einem der vielen Lochs stehen am Wegesrand zwei pudelnasse Wanderer. Sie strecken den Daumen raus. Leider für mich zu spät. Ich bin schon an ihnen vorbei, als ich realisiere, was die möchten. Nach 100 Metern habe ich Gelegenheit, umzukehren. Sie gehen mir nicht aus dem Sinn. Also fix gewendet und zurück zu den beiden. Es handelt sich um zwei ältere Herren, beide aus Australien. Sie haben sich vorgenommen, von Edinburgh an die Nordspitze von Schottland zu trampen.
Ich nehme sie bis zu ihrem nächsten Etappenziel mit (einem Hotel am Ende eines Lochs). Sie sind von der Übernachtung draussen im Regen pudelnass und äusserst dankbar, im warmen Randulin die sehr lange Strecke bis zu ihrem Hotel mitfahren zu dürfen. Immerhin fahre ich um zwei Lochs herum, bis das Hotel in Sicht kommt. Liegt alles auf der Strecke nach Skye und ist somit kein zusätzlicher Aufwand. Und beim Hotel hat es auch eine Tankstelle. Da kann ich Diesel auffüllen.
Danach dauert es nochmal gut eine Stunde bis Portree auf der Isle of Skye. Als Zwischenziel habe ich dem Navi den Coop von Portree programmiert. So langsam sollte ich meine Vorräte aufstocken. Spätestens auf der Isle of Harris werde ich das nicht können, einerseits keine Zeit dafür, andererseits keine Lust in Tarbert einen Laden zu suchen.
Auf dem Weg nach Portree komme ich kurz vor der Insel an einem grossen Einkaufszentrum mit einem Coop vorbei. Also nichts wie rein und die paar Sachen aufgestockt, die fehlen (Äpfel, Bananen (klein), Käse, Eier, Milch und ein grosses Steak). Also das Steak wäre nicht zwingend gewesen, aber so ein wenig animalisches Protein wäre schon mal eine Abwechslung.
Danach geht die Fahrt durch Regen, Wind und richtig grosse Schlaglöcher auf die Isle of Skye und um fünfzehn Uhr sind wir beim Camping angelangt. Da ich für lokale Verhältnisse offenbar sehr früh bin, kann ich auswählen, auf welchem schönen Aussichtsplatz ich den Randulin abstellen möchte. Wieder mal perfekt. Nur Strand und Meer vor der Heckklappe. Keine Kaninchen weit und breit.
Der anschliessende Spaziergang wird dann allerdings sehr nass und moorig. Nachdem alle wieder einigermassen trocken und sauber sind, gibt’s ein kleines Abendessen (die zweitletzte Packung Risotto ai funghi) und entgegen meinen Absichten beim Einkaufen noch kein Steak. Draussen regnet es wieder, also kann ich den Gasgrill nicht in Betrieb nehmen, also auch kein grilliertes Steak.
Trotzdem, zwei Schüsseln Pilzrisotto und ich falle vor Müdigkeit fast vom Sessel. Ein früher Feierabend also und wir schlafen alle drei herrlich zum leisen Klopfen des Regens auf dem Autodach.
Morgen schauen wir weiter. Ziel wäre an sich Skye Weavers und eine Sehenswürdigkeit am Weg. Was auch immer sich gerade anbietet.
