Austernfischer

Penrhyn Castle und Angelsey

Heute am Sonntag möchte ich gerne weiter nach Angelsey. Der Sturm von letzter Nacht hat sich ausgeblasen, der Tag wartet wieder mit klarem, blauem Himmel auf. Die Wiesen sind zwar nass und den Wald schenke ich mir für den Morgenspaziergang. Am Sonntagmorgen habe ich keine Lust, schlammige Schuhe zu putzen und Hunde sauber zu machen. Wir nehmen es gemütlich mit aufstehen, spazieren und fertigmachen. Die Reception ist erst um 10.15 auf.

Die Zeit kann gut genutzt werden, um Grauwasser abzulassen, Frischwasser nachzufüllen und die Toilette zu leeren. Um 10.30 Uhr dann auschecken, der Strom muss hier separat bezahlt werden. Danach fahre ich los zuerst Richtung Penrhyn Castle, etwas nordöstlich von Bangor. Auch dieses wieder mit einem grossen Garten und einem nicht ganz so alten Schloss, diesmal nur ca. 200 Jahre.

Wir erreichen den Eingang bereits gegen 11 Uhr, auch hier wieder kein Eintritt, nur die Karte des National Trust präsentiert und gut ist. Nach einer Stunde durch den Garten wandern, erreichen wir den «walled garden» mit einer spannenden Froschfigur, ganz aus Zweigen hergestellt. Der sitzt da nicht in einem Teich, sondern einem kleinen Fleck riesiger Fächergarne und gelber stinkender Blumen. Was genau der Sinn und Zweck der Installation ist, wird leider nicht erklärt. Gemäss den Schildern handelt es sich um «work in progress».

Da fällt mir siedend heiss ein, da heute ja Sonntag, der 30. März ist, könnte mein Wunschcampingplatz auf Angelsey nicht, oder noch nicht offen sein. Sollte er doch offen sein, wäre noch gut zu wissen, ob und wann die Reception bedient ist. Unglücklicherweise habe ich erst heute morgen gebucht. Mir schwant Schlimmes.

Ich probiere eine ganze Weile herum und alles, was ich erreiche ist eine weitere Mitgliedschaft, diesmal beim Caravaning Club. Mehrere Eisen im Feuer kann manchmal hilfreich sein. Bereits um 13.30 Uhr fahre ich dann auf gut Glück los.

Um 14 Uhr stehe ich mit dem Randulin an der Barriere zum Tyddyn Isaf Caravaning Plas. Ich klingle mal und frage ob noch Platz ist für einen Campervan. Und siehe da, die Frau an der Reception öffnet die Barriere. Eine halbe Stunde später werde ich eingewiesen, bekomme alles erklärt, habe nicht nur einen eigenen Stromanschluss (im Preis eingeschlossen) sondern auch noch Frischwasser am Platz. Grauwasser könnte ich auch entsorgen mit Hilfe eines Kübels oder Beckens. Das benötige ich aber grad nicht. Nochmal Glück gehabt.

Um 15 Uhr laufen wir zu einem langen Strandspaziergang entlang den Klippen los. Hier blüht überall der Stechginster. Und der hat richtig lange Stacheln, Zorro geht denen lieber aus Weg.

An der Küste entlang, wo sich keine Touristen aufhalten, hat es wieder Wasservögel. Gemäss den Einheimischen können auch manchmal Robben und Delphine auftauchen. Ich bin schon mit ein paar Austernfischern zufrieden.

Gegen fünf sind wir wieder beim Randulin. Zorro hat mittlerweile eine ganze Serie Fasane und Kaninchen verscheucht. Zum Glück kann er nicht alle Vögel verscheuchen. Ein besonders vorwitziges Rotkehlchen pfeift auf einem Ast direkt hinter dem Randulin.

Morgen fahren wir ans Nordwestliche Ende der Insel, nach Holyhead. Dort gibt es einen grösseren Park, da möchte ich wieder etwas mit den Hunden wandern gehen.

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