Plas Newydd und Caernarfon
Nach einer stürmischen und regnerischen Nacht rechne ich mit einem nassen Tag. Aber nix da, der Tag fängt hell und klar an. Windig zwar, aber sonnig und trocken. Dann sollte einem längeren Gartenspaziergang nichts im Wege stehen.
Gegen 10 Uhr sind wir bereits am Eingang zu Plas Newydd. Das Haus und der Garten werden von der Heritage Foundation verwaltet, ich brauche nichts bezahlen, die Hunde sind überall im Gelände willkommen, nicht jedoch im Haus.
Wir laufen an die zwei Stunden, bis wir alles gesehen haben. Ganz am Schluss noch der Rhododendren-Garten. Alle Pflanzen uralt und riesengross, leider bereits teilweise verblüht.

Nach den Rhododendren haben die Lumpazzi genug von der Lauferei. Das Wetter wird auch rapid schlechter, windiger und kälter. Da ist es im Auto entschieden trockener und wärmer.
Ich gehe nochmal kurz zurück zum Haus und schaue mir die Räume etwas an. Sehr interessant und immer noch teilweise bewohnt.
Wieder draussen im Randulin kommt der erste richtige Regen herunter. Trotzdem entscheide ich mich noch nach Caernarfon zur Festung zu fahren. Die wollte ich schon vor 25 Jahren einmal sehen und habe es während meiner Sommerkurse für das MBA nie geschafft.
Ich parkiere etwas unkonventionell gleich unterhalb der Festung. In der Aufregung durch die engen Gassen verpasse ich, dass es weiter meerwärts auf dem gleichen Parkplatz grosse Felder für die Klasse eines Randulin hätte. Aber da steht er mal, Parkschein ist gelöst und wir können los. Es fängt auch gleich wieder an zu regnen und wird sehr windig. Den Hunden machts keinen Spass, sie suchen einfach Schutz so nahe den Mauern wies nur geht.
Die Festung wird vom National Trust verwaltet, also einfach Ticket behändigen und reinmarschieren. An der Reception wird noch dringend davon abgeraten, mit den Hunden auf die Wehrgänge zu laufen. Da es sich um eine mittelalterliche Festung handelt, habe ich dafür volles Verständnis. Die Treppen sind sehr hoch, sehr steil und sehr eng. Das ist definitiv nichts für meine Lumpazzi.

Die Festung wird von unzähligen Legenden und Mythen umrankt. Archäologisch nachgewiesen werden Mauerreste der Römer. Diese wurden dann von Edward I benutzt im 13 Jh. Um eine richtige Festung zu errichten. Hier wurde sein Sohn, Edward II als erster Prince of Wales installiert. Die Waliser waren offenbar nie sonderlich erbaut, von den englischen Königen regiert zu werden. Wiederholte Aufstände und Belagerungen gerade der Feste Caernarfon sind blutige Zeugen. Und wie ich im Gespräch mit Einheimischen herausgefunden habe, sind die Waliser auch heute noch in erster Linie Walisisch und nicht Britisch. Allerdings recht friedlich.
Nach einer knappen Stunde in Kälte, Wind und Regen dauern mich die Hunde so, dass ich sie zurück in den Randulin bringe. Und wieder laufe ich nochmal hoch, ein wenig vom Innenleben zu sehen wäre schon noch schön. Gegen 16 Uhr habe ich dann genug und bin ziemlich durchgefroren. Bereits 20 Minuten später parke ich wieder im Riverside Camping ein.
Die Campeigentümer haben meine Telefonnachricht erhalten, dass der Strom letzte Nacht plötzlich weg war. Sie sind bei meiner Rückkehr sofort da und wir können das Problem in wenigen Minuten identifizieren und lösen. Die Sicherung an der Kabelrolle ist offenbar rausgesprungen, die Gründe lassen sich nicht mehr eruieren. Aber nun funktioniert alles wieder. Damit habe ich eine zuverlässige Heizung heute Nacht. Draussen fegt nun ein richtiger Sturm drüber, mit peitschendem Regen und heftigem Wind.
