Sculpture Trail – Forest Dean
Donnerstag, 27. März – Forest of Dean, Beechenhurst
Der Tag fängt schon wieder früh an. Diesmal ein kurzer Morgenspaziergang. Wenn alles funktioniert, kommen wir heute noch genug zum Laufen. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht die Fahrt los Richtung Beechenhurst.
Das Navi führt mal wieder durch engste Strassen. Ich schwitze Blut und Wasser. Zum Glück sitze ich im Randulin so hoch, dass ich zum Teil über die Hecken auf die Strasse blicken kann. Wenn es nicht gerade kurvig durch den dunklen Wald mit zusätzlich links und rechts Natursteinmauern geht, ist die Fahrerei übersichtlich. Aber 6 Meilen können so schon recht lang werden. Einfach immer schön piano, auch wenn ich damit vielleicht nachfolgende Lenker nervös mache.
Ich erreiche den Parkplatz um 10 Uhr. Da es sich wieder mal um ein National Trust-Gelände handelt, brauche ich mich nicht mit Parkplatzgebühren herumschlagen. Wir laufen auf dem Sculpture Trail los. Dabei begegnen wir anderen Spaziergängern, manchmal auch Radfahrer, die kreuzen. Hunde dürften hier freilaufen, müssen einfach unter Kontrolle sein. Da meine beiden Lumpazzi den zuverlässigen Rückruf nur dann beherrschen, wenn sie grad einen willigen Tag haben, behalte ich sie an der Leine.
Die Skulpturen sollen alle etwas mit dem Wald zu tun haben. Sie sind im riesigen Wald verteilt. Manchmal läuft man kleine Umwege. Die Hunde schauen teilweise etwas ratlos, ich auch. Die Zusammenhänge erschliessen sich nicht immer gleich. Aber das ist halt so mit moderner Kunst.

Wir verbringen den ganzen Morgen auf dem Sculpture Trail. So gegen 13 Uhr ist dann genug. Für mich gibt’s einen grossen Kaffee, für die Hunde je eine Hand voll Leckerli. Für zurück ins Camp ist es noch etwas früh. Das Wetter ist auch gar zu schön und warm.
Auf dem Rückweg sehe ich noch einen Abzweiger zum Goodrich Castle. Ok, wir haben Zeit, allzu weit zum Laufen wird das ja wohl nicht sein. Und so ein Schloss zum Abschluss meines Aufenthaltes im Forest of Dean wäre noch sehr passend.
Das Schloss entpuppt sich (wieder einmal) als Ruine. Allerdings sehr gut erhalten und ausgezeichnet erläutert. Das best-erhaltene mittelalterliche Schloss in England. Sehr eindrücklich. Und es wird von der English Heritage Foundation verwaltet. Endlich kann ich mir hier eine Jahresmitgliedschaft besorgen. Das hatte ich im Internet nämlich nicht geschafft, das EDV-Mitgliedssystem ist sehr ausländer-resistent.
Das wird mir bei den nächsten Besuchen von Schlössern und Gärten ungemein helfen. Das meiste, was nicht vom National Trust verwaltet wird, ist nämlich unter der Ägide der Heritage Foundation.

Nach einem kurzen Spaziergang – leider nur eine knappe Stunde – verlassen wir das Schloss pünktlich vor 16 Uhr. Das Navi will wieder durch die engsten Strassen zurück, so wie wir heute Morgen nach Beechenhurst gefahren sind. Für solche Spässe bin ich nun definitiv zu müde. Ich schaue, dass ich auf kürzestem Weg Richtung Coleford und St Briavels komme, ohne irgendwo nochmal durch hohle Gassen durchzumüssen. Einmal pro Tag reicht.
Das war nun unser letzter Tag im Forest of Dean und Wye Valley. Vielleicht, dass wir auf dem Rückweg hier nochmal vorbeikommen. Es gäbe noch soviel zu sehen. Morgen geht es wieder eine gute Strecke nach Norden. Diesmal nach Caernarfon in Nordwales. Gemäss Navi eine Strecke 195 km bis 282 km, je nachdem, ob man die direkte Linie über die Landstrassen oder über die Autobahn M6 fährt.
