Birling Gap – Seven Sisters
Der Sturm hat sich über Nacht ausgetobt. Der Morgen fängt mit fast wolkenlosem Himmel an. Um sieben Uhr gehe ich duschen. Ich habe es nicht besonders eilig. Bereits als ich mich und die Lumpazzi für den Morgenspaziergang bereit mache, zieht vom Land her die Wolkenwand wieder Richtung Küste. Also was denn jetzt, trocken oder nicht?
Wir laufen erst mal los an den Strand, unser üblicher Rundgang. Das Meer hat sich beruhigt, ist zwar immer noch braun und schmutzig, tobt aber nicht mehr so wild wie gestern Abend. Nach einer halben Stunde im wechselnden Wind kehren wir zum Randulin zurück und machen erst mal Frühstück.
Um neun Uhr dreissig ist alles erledigt, der Abwasch gemacht, die Innenreinigung so gut es geht (der Wind bläst die Hundehaare im Kreis) und wir können losfahren. Während dem Frühstück sind ein paar Tropfen Regen gefallen, jetzt ist wieder trocken. Ich programmiere Birling Gap and seven sisters und wähle diesmal die Route, die am wenigsten hohle Gassen verspricht. Ist zwar etwas ein Umweg von ungefähr zehn Kilometern, dafür dürfte das weniger Aufregung beim Fahren verursachen.
Bereits nach einer halben Stunde stehen wir auf dem Parkplatz des Nationaltrust. Als Mitglied kann ich hier wieder einfach den Barcode auf der Karte einscannen und darf den ganzen Tag gratis parkieren. Es hat Unmengen von Touristen, trotz des windigen Wetters.

Die Kreidefelsen sind schön und stechen im Morgenlicht richtig hervor. Einige mutige Touristen nutzen die Ebbe und steigen die Leiter auf den Strand hinunter. Wieder ein Kieselstrand. Das wäre grad nichts für meine Lumpazzi (und auch für mich nicht, zu viele Leute). Wir laufen über die Klippen entlang der Küstenlinie in Richtung Beachy Head.
Der Wind bläst uns in den Böen fast um. Ein Glück sind die Lumpazzi immer angeleint. Zorro’s Leine fliegt quer in der Luft und generiert teilweise mehr Zug durch den Wind als durch den Hund. Nanno legt sich bei jedem Fotohalt ins schützende, hohe Gras. Beide sind nicht begeistert von dieser zugigen Geschichte.

Nach anderthalb Stunden sind wir noch mehrere Klippen vom Beachy Head entfernt. Wir kehren um. Mit so viel Wind wird Spazieren zu Arbeit. Zurück beim Randulin gibt’s erst mal Leckerli. Für mich im Café ein glutenfreies Sandwich und einen grossen Cappuccino. Statt Zucker versüsse ich mir den mit ein paar Stück Fudge.
Danach ist es auch bereits wieder viertel nach zwei. Zeit zurückzufahren bevor dies alle Touristen tun. Die Rückfahrt funktioniert dann auch einigermassen bis zum drittletzten Kreisel in Bexhill. Da fahre ich eine Ausfahrt zu früh raus. Nur weil ich das Schild Norman’s Bay aus dem Augenwinkel sehe. Und zack, schon bin ich wieder in den hohlen Gassen gelandet. Diesmal ganz ohne Mitschuld des Navi. Das hatte nämlich den richtigen Weg berechnet. Aber so sei es denn. Diese letzten fünf Kilometer schaffe ich auch noch.
Seit ein paar Stunden sitze ich nun wieder am Laptop. Die Fotos sind fertig bearbeitet, die Sicherung erstellt und jetzt auch das Reisetagebuch nachgetragen. Nur die Blogs müssten noch aufgeladen werden. Die Wlan-Verbindung hier ist immer noch instabil. Also muss das warten, bis ich morgen dann in Canterbury bin. Für heute ist Schluss. Noch den Randulin fertig vorbereiten, so dass morgen nicht mehr viel zu tun ist. Dann Abendspaziergang und hoffentlich früh Feierabend.
