Bishop, Durrham, Egglestone
So langsam komme ich mit dem Schreiben gar nicht mehr nach. Am Abend bin ich von den Ereignissen des Tages meist zu müde, um noch den Laptop hervorzunehmen und am Morgen habe ich keine Lust, den Tag mit dem Computer zu beginnen. Ich muss mir wieder Zwischentage einrichten. Und dies an Orten mit einigermassen gutem Internet-Empfang, so dass ich die Tageseinträge auch auf meinen Blog packen kann.
Der Morgen des 3. April fängt recht kühl mit einem unangenehmen Ostwind an. Ausserdem ist draussen alles Neblig grau. Genau das richtige Wetter, um Administrativkram zu erledigen. Nach der üblichen Morgenroutine also auf nach Bishop. Am Bahnhof dort hat es eine Barclays Bank, die dürfte gross genug sein für mein Anliegen und auch über einen Aussenparkplatz verfügen, wo ich den Randulin hinstellen kann.
Dort angekommen parkiere ich dann irregulär auf einem park-and-ride-Parkfeld des Bahnhofs, die Felder vor der Bank sind nicht gross genug. Drinnen warte ich erst eine Weile. Am Schalter erhalte ich dann die gleiche Auskunft wie schon gestern im Post-office in Barnard-Castle. Ich kann die alten Noten auf ein UK-Konto einzahlen und so wechseln, auch eine Barclays darf mir die Noten nicht gegen neue tauschen. Weiter erklärt mir die Schalterbedienung, ein Main-Post-Office könne mir die Noten tauschen, wenn ich mich als rechtmässige Besitzerin ausweisen könne, also entweder Pass oder Identitätskarte oder Führerausweis.
Das nächste Main-Postoffice sei mitten in der Stadt. Ich könnte laufen. Der Randulin steht aber wirklich nicht günstig. Also in der Stadtmitte ein Aussenparkplatz gesucht und dann in die verkehrsfreie Stadtmitte reinmarschiert. Das Main-Post-Office sieht nicht gerade nach «main» aus. Trotzdem gehe ich mal rein und bringe mein Anliegen vor. Also sie seien zwar schon ein Main-Post-Office der Stadt Bishop, aber alte Noten könnten nur in einer wirklich grossen Stadt in einem Main-Post-Office getauscht werden. Dafür müsse ich nach Durrham.
Also wieder rechtsumkehrt. Durrham ist nicht sehr weit weg, nur ca. 35 km. Die Stadt ist jetzt leider so gross, dass in der Stadt-Mitte – wo auch das Main-Post-Office wäre – kein Parkplatz für den Randulin zu finden ist. Und weiter draussen ist für die Hunde zu warm zum Warten und für mich zu lang zum Laufen. Nach dem dritten Mal im Kreis um die Innenstadt fahren, gebe ich auf.
Die Route hierher führte an der Universität und dem Botanischen Garten vorbei. Genau das Richtige für einen längeren Spaziergang nach dieser Frustfahrt hierher. Ich parkiere bei der Universität und laufe mit den Lumpazzi los. Aus der Ferne können wir die Innenstadt bewundern, schön, markant, einem riesigen Schloss und einer Kathedrale. Durrham ist eine sehr alte Stadt, geht noch auf Henry I zurück, immerhin etwa 800 Jahre und weist entsprechend Geschichte und Gebäude auf. Für uns leider eine Schuhnummer zu gross und unpraktisch. Wir geniessen jetzt erst mal den botanischen Garten, respektive den Park rundherum.

Der ganze Waldboden ist wieder mit «bluebells» bedeckt, leider fast alle noch im Knospenstadium. So in zwei Wochen dürfte hier alles blau leuchten. Nach einer Stunde Waldspaziergang habe ich meine Kontenance wieder gefunden, die Lumpazzi sind ausreichend gelüftet und wir können uns auf den Rückweg machen. Unterwegs habe ich noch ein Hinweisschild auf Eggelstone Gardens gesehen.
Da mache ich dann (nach einer abenteuerlichen Einfahrt durch ein Tor, das gerade hoch genug war, dass der Randulin unten durchpasst) an einem kleinen, verwunschenen Garten halt. Also eigentlich eher eine Grätnerei mit angeschlossenem Garten. Nach einer halben Stunde durch die verschlungenen Wege streifen, bestelle ich im Café einen Cappuccino (ziemlicher Stilbruch, oder?!!) und Scones mit Früchten. Für die Hunde gibt’s einige Leckerli. Das Wasser muss warten, bis wir wieder im Randulin sind.
Die Scones sind frisch gebacken, schmecken herrlich und dazu gibt’s clotted cream und Erdbeermarmelade und Früchte. Ein Gedicht!
Danach noch eine kurze Fahrt über Land, wieder mal mit engen Strassen, hohlen Gassen und kleinsten steinernen Brücken. Ein abenteuerlicher Tag in Nord-England. Und die alten Noten habe ich immer noch. Allerdings, in der Bank konnte ich wenigstens etwas Bargeld beziehen, sonst kann ich nämlich nicht meine Wäsche waschen. Dafür benötige ich Pfund-Münzen.
