Harlow Carr Harrogate
Heute steht ein etwas längerer Ausflug auf dem Programm. Gemäss einer Touristeninfo (ja auch das lese ich manchmal) soll die Kirschbaumblüte in «The Strait» in Harrowgate unvergesslich sein. Ausserdem sei etwas ausserhalb von Harrowgate ein Garten der Royal Horticultural Society (kurz RHS) sehenswert. Auch dort müssten die Kirschbäume bereits in voller Blüte stehen.
Nach der Morgenroutine dann also die 94 km unter die Räder genommen und los nach Süden. Diesmal fahren wir bereits nach kurzer Zeit auf die Autobahn M1 nach Süden. So geht’s schnell. Das grössere Problem ist dann wieder die Parkplatzsuche. The Strait ist ein Park mitten in der Stadt, der Parkplatz sollte daher nicht allzu weit davon entfernt sein. Gemäss Navi hat es rund um den Park überall Parkplätze. Leider nur für Personenwagen. Der Randulin ist aber ein grösserer Personenwagen, also genau genommen ein kleinerer Kastenwagen und für die sind die Parkplätze eher rar.
Ich suche wieder einmal die Bahnstation auf, da hat es sicher ein park-and-ride, wo ich den Randulin hinstellen kann. Und siehe da, es klappt, ich finde ein grösseres Parkfeld ganz hinten, da steht der Randulin niemandem im Weg und ich komme gut wieder weg. Ausserdem ist die Bahnstation nur ca. 800 Meter vom Park entfernt. Ich muss lediglich den Weg durch die Altstadt finden. Das iPhone ist mir diesmal keine grosse Hilfe, der eigene Orientierungssinn ist gefragt.
Der Park ist dann riesengross, tatsächlich mittendrin gelegen. Nur die Kirschbäume blühen noch nicht, es zeigen sich erst kleine Knospen. Das dürfte noch gut zwei Wochen dauern, bis hier alles in Rosa Blüten glänzt. Wir laufen trotzdem fast eine Stunde durch den Park. Einfach die Atmosphäre geniessen.
Danach wieder zurück zum Randulin. Wie und wo man hier die Parkgebühr bezahlen könnte, finde ich auf die Schnelle nicht heraus. Darum einfach mal eingestiegen und Richtung RHS Harlow Gate losgefahren.
Kein einfaches Unterfangen. Harrowgate glänzt mit unzähligen komplizierten Kreiseln. Zum Glück sind die Engländer einigermassen geduldige Autofahrer. Ohne Hektik und nach gefühlt hundert Kreiseln bin ich auf dem richtigen Weg zum Garten. Der liegt etwas ausserhalb. Hier hats dann auch zwei Parkplätze, allerdings ziemlich voll mit Autos. Und die Felder sind für Personenwagen gedacht.
Nach langsamer Kreisfahrt finde ich doch noch ein Plätzchen, wieder weit hinten und sogar lang genug, dass der Randulin gut reinpasst. Eine kurze Erkundungsrunde mit den Lumpazzi bestätigt meinen Verdacht, in RHS-Gärten sind Hunde grundsätzlich nicht zugelassen, ausser es wären Diensthunde. Das sind meine beiden nicht. Also dann ein kurzer Spaziergang im nahen Wald.
Mittlerweile ist es früher Nachmittag und die Sonne brennt buchstäblich vom Himmel. Obwohl ein frischer Ostwind weht, ist es unangenehm warm. Ich hätte nie gedacht, dass ich so einmal den englischen Frühling beschreiben würde. Aber so ist es tatsächlich. Seit Tagen kein Tropfen Regen und am Nachmittag über 18 ° warm und sonnig.
Ich bringe die Lumpazzi in den Randulin zurück, schattiere die Frontscheibe und öffne die Dachluke, so kommt frische Luft ins Auto, die Sonne brennt nicht so rein und die Temperatur im Autoinneren bleibt angenehm kühl. Ausserdem bekommen sie eine grosse Schale Wasser und ein paar Leckerli. Dann fällt das Warten nicht so schwer. Wenn ich schon mal hier bin, möchte ich mir den Garten wenigstens kurz ansehen.
Der Eintritt ist etwas teuer (£ 16.50), lohnt sich aber. Die Anlage ist gut gemacht, mit verschlungenen Wegen, alle Pflanzen angeschrieben und machen trotzdem einen kompakten und harmonischen Eindruck. Und hier blühen zumindest die Pflaumenbäume. Die Kirschbäume beginnen erst. Die Bluebells stehen hier in der Sonne und sind schon fast verblüht. Und natürlich eine Riesenanlage. Ich setze mir ein Limit von einer Stunde, viel länger will ich die Lumpazzi nicht allein lassen.
Nach einer Stunde verlasse ich den Garten. Gleich daneben befindet sich ein ziemlich berühmtes Café, das Betty’s. Es ist gestossen voll, die Warteschlange geht bereits rundherum bis zum Eingang der Conditorei gleichen Namens. Also gehe ich erst mal in die Conditorei. Auch hier hats viele Leute. Die Süssigkeiten sehen nach sehr süss aus, sogar die Schokoeier sind noch extra mit Zucker verziert. Auf den Kuchen hat es dicke Zuckerglasuren. Also alles nicht gerade mein Fall. Also gehe ich unverrichteter Dinge wieder raus, zurück zum Randulin. Dort ist es wenigstens kühl. Danach auf kürzestem Weg wieder zurück nach Barnard Castle zum Campingplatz.
Das war dann auch genug für heute. Mit der Fahrerei und den vielen Spaziergängen in der Frühlingshitze wird man hundemüde. Buchstäblich. Wir fallen alle drei früh ins Bett.
