Regensonntag in Oban
Die nächsten Stationen bis Bowness on Windermere konnte ich gestern Abend noch alle buchen. Nur die letzte Station, Bowness on Windermere hatte nur noch die teuerste Variante für 4 Tage verfügbar. Ist halt auch wieder ein Wochenende vom 9. Bis 12. Mai. Bei den restlichen Etappen bin ich dann wesentlich flexibler, was die Reisegestaltung angeht. Die einzigen zwei Wunsch-Orte, die ich gerne gesehen, respektive wieder gesehen hätte sind noch Wells mit der Kathedrale und Tintagel Castle an der Südwest-Küste. Das hat nun Zeit.
Seit gestern Abend hat das klassische schottische Hochlandwetter eingesetzt. Es regnet die ganze Nacht durch. Nur die Intensität variiert. Das leise Klopfen des Regens auf dem Autodach sorgt für einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Ich erwache erst um halb neun. Eigentlich wäre heute duschen geplant. Die Atmosphäre draussen ist nicht sehr einladend. Also Katzenwäsche und danach erst mal die Hunde davon überzeugt, dass Regen keine Entschuldigung für einen Morgenspaziergang ist (die Dusche allerdings schon, vielleicht etwas paradox, aber hier bestimme ich). Nach einer Viertelstunde schaut Zorro derart bittend aus dem nassen Fell, dass ich einlenke. Wir laufen zurück (fast Eiltempo) und dann erst einmal die beiden trocken frottiert.
Danach sehr langes Frühstück mit der ganzen Sonntagszeitung. Noch etwas Innenreinigung und endlich lässt der Regen etwas nach. Das hatte ich erwartet. Gegen Mittag lassen die Niederschläge meist etwas nach. Also die Lumpazzi in ihre Regenmäntel gepackt und auf einen langen Spaziergang. Im nahen Wald am Bach entlang, endlich einen Teppich voll blühender Bluebells gefunden. Der Boden muss offenbar recht feucht und schattig sein, damit die überhaupt spriessen. Danach geht es weiter durch den Wald mit riesigen Douglas-Tannen, vielen unterschiedlichen Farnen und wilden Rhododendron-Büschen. Ich schätze, in einem Monat muss das hier fantastisch aussehen, wenn alles blüht.
Der Weg führt gegen Ende an einen kleinen Wasserfall und dann in eine Schlucht hinunter. Der Vegetation sieht man an, dass hier alles in Ruhe gelassen wird. Alles ist moosig und mit Flechten überzogen. Schade kann man den Geruch des Waldes im Regen nicht fotografieren und festhalten.
Nach einer Stunde sind die rund 4 Kilometer Spazierweg zu ende. Wir sind alle drei nur wenig nass. Die Regenkleidung erfüllt ihre Funktion. Zurück im Randulin schlafen die Lumpazzi seit Stunden. Solche faulen Tage werden offensichtlich sehr geschätzt. Morgen geht es weiter auf die Isle of Skye, wo wieder ein paar Tage Aufenthalt geplant sind. Die Sky-Weavers konnte ich zwar immer noch nicht lokalisieren. Dafür bleibt aber in den nächsten Tagen genug Zeit. Die Fähre für Harris and Lewis ist erst für den 1. Mai gebucht.
