Zurück nach Skye

Der Morgen beginnt um 7 Uhr mit einem strahlend blauen Himmel. Das ist viel zu früh. Ich muss/möchte erst um vierzehn Uhr am Fähranleger in Tarbert sein. Sonst warten wir da wieder stundenlang. Und so gross ist Tarbert nun auch wieder nicht, dass man da mehrere Stunden herumspazieren könnte.

Trotzdem, die Lumpazzi haben Kampfkaninchen gesichtet. Und diesmal gibt es für beide kein Halten mehr. Sie müssen unbedingt diese Schlafmütze von Frauchen darauf aufmerksam machen und verteidigen. Da bleibt nur noch aufstehen, Katzenwäsche (hier in Luskentyre hat es keine nennenswerten Sanitäreinrichtungen, nicht einmal die chemische Toilette kann geleert werden), dann langer Morgenspaziergang.

Diesmal über die Dünen. Für mich artet dies in Krafttraining aus, die Lumpazzi werden dadurch hoffentlich ordentlich müde. Für die Fährüberfahrt wäre das besser. Ich weiss nach wie vor nicht, ob ich ein up-grade für die Hunde-Lounge bekomme. Wenn sie wieder im Auto bleiben müssen, dann am besten schlafend.

Danach noch ein langes Frühstück. Viel länger als bis zehn Uhr lässt sich die Abfahrt beim besten Willen nicht hinauszögern. Der Randulin ist innen gründlich gereinigt, alles richtig verstaut und gesichert, die Gasflaschen verschlossen und die Heizung abgestellt.

Die Fahrt nach Tarbert dauert knapp eine Dreiviertelstunde. Darum denke ich mir noch einen Umweg aus. Zuerst nach Seilebost. Gemäss Navi wäre das ein weiterer Über-Nachtungs-Platz auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht. Dann nach Horgabost. Gemäss Camping-Führer ein regulärer Campingplatz etwas weiter südlich gelegen als Seilebost. Alles in allem, eine zusätzliche Dreiviertelstunde Umweg.

Seilebost stellt sich als Parkplatz an der Strasse heraus. Da haben maximal drei Wohnmobile Platz und auch nur wenn richtig eng parkiert wird. Horgabost hingegen entpuppt sich als riesiger Campingplatz. Allerdings wieder mit sehr rudimentären Sanitäreinrichtungen. Ein Landrover-Camper, mit dem ich später am Ferry-Terminal ins Gespräch komme, rät eher ab. Horgabost sei zwar prima für Camper ohne Ansprüche und die frei stehen können. Gegen Wind und Wetter jedoch sehr exponiert. Er sei da die Woche zuvor gestanden und der Weststurm mit Regenböen hätte die Zelte flach gedrückt und zum Teil weggeblasen. Es sei ein einziges Drama gewesen.

Fazit meiner Erkundungen: Luskentyre ist wahrscheinlich der schönste Ort zum Übernachten, leider klein (es haben maximal acht Wohnmobile Platz und die müssen eng geparkt sein). Horgabost ist eine gute Ausweichmöglichkeit.

Nach diesem Abstecher fahre ich möglichst piano nach Tarbert. Trotz meiner Trödelei kommen wir da um dreizehn Uhr an. Natürlich viel zu früh, das Check-in dürfte frühestens um vierzehn-Uhr dreissig beginnen. Und danach warten wir nochmal bis mindestens sechzehn Uhr vierzig, bis die Fähre ablegt. Da bleibt dann nichts anderes, als möglichst lange in Tarbert herumlungern, den Randulin mindestens zwei Mal um parkieren, so dass er schlussendlich mit Sicht auf den Fähranleger perfekt steht.

Beim Spazieren entdecke ich, dass auch in Tarbert ein Ticketschalter offen ist. Dann nichts wie rein und einfach mal nachgefragt, ob noch zwei Plätze in der Hundelounge offen wären. Hurra, es ist der Fall. Ich bekomme ein Upgrade, und sogar ohne Aufpreis. Die Lumpazzi müssen diesmal nicht im Auto bleiben.

Danach noch etwas weiter herumgelungert. Dabei ein Café entdeckt, in dem ich Hundeleckerli und zwei fix fertige Hundemahlzeiten bekomme. Natürlich erhalte ich auch einen Cappuccino (allerdings sehr süss). Danach sieht die kommende Fähr-Überfahrt schon deutlich erstrebenswerter aus. Mit den Leckerli kann ich die Lumpazzi dann hoffentlich ruhig halten. Die Fertigmahlzeiten sind als Belohnung am Abend gedacht, wenn sie sich ordentlich benehmen.

Um fünfzehn Uhr dreissig fährt endlich die Fähre ein. Eine halbe Stunde später dürfen wir bereits verladen. Während der Überfahrt schlafen die beiden Lumpazzi meist auf den Sitzen neben mir. Nur einmal muss ich sie runterschicken, weil eine Matrosin vorbeikommt und mich leise darauf hinweist, dass sie das nicht dürfen. Nachdem sie wieder verschwunden ist, sehe ich viele andere Hundebesitzer ihre Lieblinge wieder auf die Sitze lassen. Also dürfen meine beiden das auch.

Wir kommen ausgeruht und zufrieden in Uig um achtzehn Uhr dreissig an. Das Ausladen geht genauso schnell, wie in Tarbert. Um neunzehn Uhr bin ich bereits unterwegs an meinen altbekannten Campingplatz auf Skye. Dort bin ich um zwanzig Uhr fixfertig eingerichtet, die Lumpazzi haben ihre Belohnung vertilgt. Das ging so schnell, ich kam nicht einmal nach mit Zuschauen. Danach noch ein Abendspaziergang und Feierabend.

Der Internet-Empfang hier ist nach wie vor bescheiden. Also auch heute kein Hochladen der Blog-Beiträge. Vielleicht habe ich dann morgen in Loch Ness Shores mehr Glück.

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