Bodmin Moor Rough Tor

Zorro hat eine sehr unruhige Nacht hinter sich (damit natürlich auch ich). Zwei Mal verlangt er gegen ein Uhr raus und dazwischen erbricht er die ganzen Leckerli und Wildapéro des Tages. Nun muss ich definitiv waschen. Morgens um sieben ist die Nacht endlich zu Ende. Zorro und Nanno schlafen selig, während ich mich zur Dusche aufmache. Danach erst mal alle Wäsche gesammelt und für die Waschmaschine vorbereitet.

Ich laufe mit den Lumpazzi daran vorbei. Schade, da hatte jemand anders die gleiche Idee. Möglichst früh waschen und trocknen, dann ist das bereits erledigt. Dann halt nach dem Frühstück. Nachdem die Hunde gefüttert sind muss ich meine Trinkwasserflasche auffüllen (eine Marotte eigentlich, aber ich habe grundsätzlich 6 volle anderthalb Liter Flaschen mit Trinkwasser dabei) und laufe nochmal an der Waschmaschine vorbei.

Die wird gerade frei und ich kann meine Wäsche gleich reinpacken und anstellen. Während die Wäsche durchläuft gibt es auch für mich Frühstück. Danach noch schnell alles für zwanzig Minuten in den Tumbler. Um zehn Uhr ist alles erledigt. Nun wäre theoretisch die Frontscheibe dran. Aber eben, nur theoretisch. Die Innenreinigung schenke ich mir heute, das kann ich auch am Abend noch machen. Es ist derart sonnig und schön, wäre schade, das Wetter nicht für einen längeren Spaziergang zu nutzen.

Ich tuckere los, grobe Richtung Landsend. Das ist ziemlich weit weg, gemäss Navi über hundert Kilometer und zwei Stunden Fahrt. Nach wenigen Kilometern, wir sind bereits wieder in der Nähe des Bodmin Moor, taucht links ein Schild auf «Roughtor».

Keine Ahnung, was das ist. Gehen wir mal schauen. Tor impliziert einen Hügel im Moor. Da kann man bestimmt gut laufen. Nach einer Viertelstunde über einspurige Strassen kommen wir an einem Parkplatz an. Hier geht’s nur noch per pedes apostolorum weiter. Der Tor lässt sich einfach identifizieren. Der einzige grössere Hügel weit und breit. Der Fusspfad führt schnurstracks darauf zu. Also fast. Das mit dem Fusspfad darf man hier nicht zu eng sehen. Eigentlich sind es viele. Alle weisen Richtung Hügel.

Nach einer knappen Stunde stehen wir oben. Die Lumpazzi legen sich sofort auf die warmen Steine und geniessen die Pause. Ich geniesse die herrliche Ruhe und Aussicht. Ich kann mir gut vorstellen, warum dieser Teil des Moors unter die «international dark night sky heritage» fällt. Hier muss es nachts absolut dunkel sein. Bei klarem Himmel nur die Sterne und Milchstrasse zu sehen.

Der Weg runter geht schneller. Nach einer Dreiviertelstunde sind wir wieder beim Randulin. Zorro hat sich heute merklich zurückgehalten beim Wildapéro. Vielleicht lernt er es dann doch noch. Es ist erst um dreizehn Uhr. Genau richtig für einen Abstecher nach Launceston in den Tesco. Ein letztes Mal hier in Cornwall die Vorräte auffüllen. Äpfel, kleine Bananen, Tomaten, Käse, Joghurt und vielleicht etwas Fleisch zum Grillieren, wären nicht schlecht. Wenn es ein richtig grosser Tesco ist, bekomme ich vielleicht etwas Nachschub an Granola und Hundeleckerli.

Es ist ein grosser Tesco. Ich bekomme alles. Nun ist der Kühlschrank, die Vorratsschublade und -Schrank wieder voll. Für die nächsten vierzehn Tage muss ich nicht mehr einkaufen gehen. Und heute am späten Nachmittag kann ich mir ein paar Hänchenfilets und Spargel grillieren. Zum Dessert gibt’s eine ganze Schale frische Erdbeeren. Das nenn ich Ferien vom Feinsten. Mehr muss nicht sein.

Es ist zwar etwas aufwändig, jedes Mal den Campingtisch und den Grill auszugraben (dazu muss ich die halbe Garage ausräumen). Das leckere Essen entschädigt dafür alleweil. Zumindest wenn man daran denkt, den Gasgrill zuerst aufzufüllen. Sonst darf man das Fleisch und die Spargeln drinnen fertig braten.

Das wars dann für heute. Jetzt noch die Blogs rauf laden. Die Frontscheibe ist immer noch bekleckert. So wie sich die Wolkendecke gerade zugezogen hat, könnte ich heute Nacht Glück haben und es regnet endlich. Morgen geht die Fahrt weiter nach Süden. Diesmal an die Südküste von Cornwall in die Nähe der Isle of Wight und Mount St. Michael. Das ist das Pendant zum Mont St.Michel in Frankreich. Auf die Insel dürfen die Hunde zwar nicht, aber auf dem Festland am Strand sollten sie ausreichend Auslaufmöglichkeiten finden.

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